Wie schnell doch eine Woche Urlaub
vergeht! Schon bin ich wieder daheim und es geht direkt weiter mit
der Arbeit, aber es war sehr schön! Am Freitag, den 03.10 bin ich
allein 140 km in die nächstgrößere Stadt Rustenburg gefahren um
unser Auto abzuholen. Dann habe ich die 2 andere Freiwillige auf dem
weg zurück mitgenommen und wir sind dann zusammen nochmal nach
Ikageleng, haben dort was gegessen und sind dann gegen 14 Uhr los
gekommen. Das war schon ein bisschen spät. Denn wir kamen dann erst
nach dem einen oder anderen falsch eingeschlagenen Weg um 11 Uhr in
dem ersten Backpacker (das sind meist kleine Unterkünfte, in welchen
man campen, in Mehrbettzimmern schlafen oder in Doppelzimmern
schlafen kann) kurz hinter der Grenze von Lesotho, Südöstlich von
Maseru, der Hauptstadt an. Daher, dass wir den Urlaub möglichst
günstig halten wollten, waren wir campen. Das kostet, je nach Lage
des Backpackers etwa 70-90 Rand (5-6,50 Euro). Dafür kann man dann
dort übernachten, die Waschräume und eine Küche benutzen und nette
Leute kennen lernen! Am nächsten Tag sind wir dann ein bisschen
weiter in den Süden gefahren und haben uns den größten Wasserfall
Lesothos angeschaut, den Maletsunyane. Dann haben wir noch einmal in
dem gleichen Backpacker geschlafen und sind den nächsten Morgen
aufgebrochen in Richtung Drakensberge (Bergkette, welche an die
komplette Ostseite Lesothos angrenzt). Dies war die schlimmste
Autofahrt unseres Lebens. Wir sind quer durch Lesotho gefahren. Das
wären 250 km gewesen. Und daher, dass diese Straße in unseren
Karten als Asphaltiert galt, dachten wir, dass wir so 4 Stunden für
diesen Weg brauchen, und dann noch mal 2-3 Stunden bis nach
Underberg, unser nächster halt in unserem Urlaub. Doch dies
gestaltete sich leider etwas schwieriger. Am Anfang war die Straße
super, dann ein Schotterweg, auf dem man aber ohne Probleme noch 60
km/h fahren konnte. Dort trafen wir dann auch noch, als wir kurz Pause gemacht haben, ein paar Einheimische aus einem kleinen Dorf mitten im Niergendwo. Diese waren so gastfreundlich, dass sie uns zu einem kleinen Snack einluden und uns ihre Hütten zeigten. Doch dann fuhren wir weiter und es wurde schrecklich! Im dritten Gang konnte man nicht mehr fahren, es ging auf und ab, der komplette Weg
gezeichnet von riesigen Steinen. Ab und zu aufgesetzt und vor allem
Angst gehabt, stecken zu bleiben oder sonstiges, da der Tank nur noch
zu ¼ gefüllt war, hinter uns aber schon 4 Stunden Strecke lag, bis
eine Tankstelle kommen würde. Daher mussten wir weiter fahren. Im Endeffekt sind wir nach 11 Stunden fahrt (für 250 km) an der Grenze
zu Südafrika angekommen, die aber schon geschlossen war. Netterweise
hat uns ein Polizist angeboten, bei ihm zu schlafen, was wir nach
diesem harten Tag Dankend annahmen. Doch am nächsten Tag hörte das
Drama noch nicht ganz auf. Die sogenannte „Straße“ war nach der
Grenze weiterhin so gut wie gar nicht befahrbar mit unserem Toyota
mit Frontantrieb. Und weiterhin waren es 50 km bis zur nächsten
Tankstelle. Das haben wir dann zum Glück auch noch gemeistert und
konnten beruhigt bis nach Underberg weiterfahren. Diese kleine Stadt
liegt direkt an dem hier sehr bekannten Sani-Pass. Dieser ist eine
Straße, welche direkt, aber sehr steil über die Drakensberge wieder
nach Lesotho führt. In dem Backpacker angekommen direkt 3 deutsche
Reisende getroffen, mit welchen wir uns sehr gut verstanden, weswegen
wir dann auch mit denen am nächsten Tag den Sani-Pass hochgewandert
sind (8 km). Gelaufen sind wir deswegen, da man für diesen kurzen Weg
nach oben ansonsten 650 Rand bezahlen hätte müssen (ca. 50 Euro).
Dort oben dann einen Happen gegessen in dem Höchsten Pub Südafrikas
und die Aussicht genossen und dann wieder runter gelaufen. Den Tag
darauf war ich noch mit Kirsten, einer meiner Mitbewohnerinnen und
Bernd, welchen wir in dem schönen kleinen Backpacker kennen gelernt
haben, Mountainbike fahren in den Bergen und die anderen ne runde
Reiten, sind dann aber noch am gleichen Tag weiter gefahren zu dem
nächsten Backpacker 200 km weiter. Dieser war auch sehr schön, aber
viel größer als die anderen! In dem vorherigen konnten vielleicht
20 Leute drinnen schlafen und ein paar Leute zelten. Doch in diesen
wurde uns berichtet, dass es der größte in Südafrika sei und zum
beispiel an Silvester bis zu 4000 Leute dort feiern und übernachten.
Dieser hatte dann auch einen Pool, Whirpool, Sauna, große Bar und
und und... Dort haben wir dann lustiger Weise noch andere Freiwillige
von unserer Organisation getroffen. Am nächsten Tag sind wir dann
auf eigene Faust zum Amphie Theater und dem höchsten Berg Südafrikas
gefahren. An diesem Amphie Theater kann man wundervolle Berge sehen
und außerdem den zweithöchsten Wasserfall der Welt! Hört sich
schön an, doch der Wasserfall war leider „ausgetrocknet“, da es
hier noch nicht wirklich geregnet hat. Hat sich trotzdem sehr
gelohnt! Es ist so wunderschön dort und vorallem eine sehr geile
Strecke zum wandern! Den Tag darauf wollten wir eigentlich noch in
den Royal Natal National Park, in welchen man in einem schönen See
baden kann und auch schöne Natur sehen kann, doch das Wetter hat
leider zum ersten mal nicht mitgespielt. Kalt, wolkig, regnerisch.
Hat mich mal wieder sehr an Deustchland erinnnert. Wir sind dann
jedenfalls wieder richtung Rustenburg gefahren, da wir dort das auto
auch abgeben mussten. Haben aber noch 2 nächte bei anderen in der
Nähe davon übernachtet, da ja erst Freitag war und wir das
wochenende nicht schon in Ikageleng verbringen wollten. War auch sehr
gut! Vor allem, da wir Kolja und Saskia lange nicht mehr gesehen
haben, da es halt doch 140 km entfernt ist. Alles in allem war es ein
sehr schöner Urlaub! Vor allem, da wir so doch relativ viel
gewandert sind, und nicht durchgehend im Auto saßen. Soviel dazu und
jetzt geht die Arbeit und der Alltag wieder los. Wenn es was neues
gibt, werde ich mich hier wieder melden. Also bis dann!
PS: Es gibt leider keine Bilder oder
Videos von der Horrorstrecke, da wir alle viel zu schlecht drauf und
viel zu angespannt waren ...
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